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Darf ich Ihnen mein Rendezvous vorstellen? Ja, darf ich? Nun denn, es ist Glenn. Glenn ist in Eichenholzfässern gut gereift, abgerundet mit einer Honignote, Single-malt. Ich muss gestehen, wir sind nicht alleine. Um die Runde ganz vorzustellen gibt es weder genug Platz, noch genug Zeit – aber seien Sie versichert, es geht nicht halb so impertinent zu, wie Sie vielleicht denken würden. Hauptsächlich sind es Brian Johnson und James Hetfield, aber es sind auch Gäste wie Freddie Mercury, Lothar Wieners u.A. zugegen, es ist ein Kommen und Gehen. Eine gemütliche Runde, Sie dürfen gerne auch kommen, ich lade Sie ein. Im Moment hat gerade Freddie am Piano Platz genommen, er hat einige Freunde mitgebracht, die auch Gitarren dabei haben, die Töpfe dienen als Schlagzeug – seien Sie sich also sicher, dass Sie gut unterhalten werden.

Wissen Sie, es gibt natürlich auch Möglichkeit, sich privater zurückzuziehen. Es ist doch schon ein heller Aufruhr mit all den Musik – aber lassen Sie mich ja nicht vergessen, dass der Müll noch raus muss, nicht dass ich Sie damit belästigen würde, aber es ist doch schon meine Pflicht als friedliche Mitbewohnerin dieses Haushalts, mich nicht nur als akzeptable Gastgeberin zu präsentieren. Ach wo bleiben denn bloß meine Manieren – und wo bleibt Glenn? Er heißt übrigens Ardoch zum Namen. Alte, schottische Familie, auch wenn er selbst, denke ich, nicht älter als drei ist. Bitte, seien Sie nicht pikiert, ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, allen zu helfen – für alle da zu sein – ob von der Gesellschaft verstoßen oder nicht. Rechnen Sie mir doch bitte wenigstens den guten Willen an.

Nun gut, wie gesagt, Sie sind herzlich eingeladen. Sollten Sie kommen steht Ihnen die Türe offen, das Glas bereit, wenn nicht, wünsche ich einen herrlichen Abend, so wie ich ihn zu verbringen gedenke.

Ach, ein Gedanke kommt mir noch: Bei der Rückschau letzhin, auch Valet genannt, ist ein Thema, die persönlicher Weiterentwicklung zur Sprache gekommen, sehr spannend, ich kann es nur empfehlen. Während bei einigen die Entwicklung auf die verschiedenen Haarfarben beschränkt bleibt, so komme ich von Muse (bzw. Jason Mraz) und einem vorsichtigen Nippen am Radler zu Metallica und Whiskey – ich darf doch schon sagen, dass das ein gehöriger Sprung ist, was meinen Sie? Spannend wird doch noch die Entwicklung, die vor uns liegt. Was wird es werden? Ich muss Ihnen gestehen, ich war schon sehr fasziniert, beeindruckt von den Abschlussworten eines Lehrers zu mir, den ich die letzten fünf Jahre doch sehr geschätzt habe, müssen Sie wissen, sie lauteten: „Mach weiter, so wie bisher, so wie du bist.“ (aus dem Kopf rezitiert). Das ist dazu noch ein seltenes Kompliment, das ich sehr zu schätzen weiß und an das ich mich halten will. Aber was mache ich nun damit, habe ich mich gefragt – sagen Sie, soll ich so weitermachen, wie bisher, interessiert, engagiert, neugierig, kindlich und berührt oder so, wie es meine Veranlagung eher voraussagt – aufgeben, die Welt und meine Nahen retten zu wollen und meine Offenheit den Menschen enziehen? Nicht, dass ich mich dann weniger um das Schicksal der Welt kümmern würde, seien Sie sich auch dessen sicher. Ich denke, dass er damit meine Motivation und meine strikte Verweigerung, „erwachsen“ zu werden, meinte. Macht mich dieses Abgedroschenheit, diese Niederlage nun eher erwachsen? So will ich rebellieren! Ständig und immer. Nie pausieren.

Oder wie es das vorherige Lied so schön sagte: „I may be drunk but I’m sane.“ Und oh, ein Nachtfalter beehrt mich. Möchten Sie, dass ich ihn für Sie schon schön knusprig anbrate – sterben wird er so oder so müssen. Nächtigen Sie gut.

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