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Wenn mich jemand fragt, was für Musik ich höre, gebe ich fast schon eine Standard-Antwort ab: Alles außer Volksmusik und Gangstarap. Mein „Heimathafen“ ist aber irgendwas zwischen Metal, Hardrock und Punk. Wobei ich auch zugebe, dass ich ab und zu mehr Bock auf Poppunk als auf echten Punk habe, solange sie nicht wie Emos rumeiern.
So viel dazu. Mein Hafen. Aber wo habe ich im Leben meinen Hafen – meinen Anker – wo ich mir immer sicher sein kann? (Außer der Musik. Und dem Schreiben und so Zeugs). Oder, was ich eigentlich wissen will: WER ist mein Hafen? Erster Gedanken – in schön positiver Manier – ich habe keinen. Zweiter Gedanken: Meine Familie? Naja, solange ich sie nicht bitte, mich zu verstehen, akzeptieren sie mich schon, vielleicht sogar mögen. Du? bist dafür viel zu unstet. Wacklig. Habe sowieso schon die krassesten Gefühle und Gefühlssprünge wegen dir gehabt. Das sind hohe Wellen, da bin ich weit draußen im Meer. Noch in Frage käme: Mein Halb-Cousin (mit dem ich nicht verwandt bin, wir nennen uns nur so wegen einem komplizierten, NICHT verwandschaftlichen Verhältnis). Aber ich weiß nicht, was bzw. wie viel er von mir will. Oder überhaupt was. Ich werde einfach nicht schlau aus ihm. Der Idiot denkt, ich hätte grade das perfekte Leben, eine gefestigte Zukunft und alles. So ein Idiot. Rein zufällig kenne ich seine Ängste. Wenn der Vollpfosten kapieren würde, dass es mir nicht anders geht… naja, vielleicht wird daraus ja mal irgendetwas. Wen gibt’s noch? Ja, klar, mein Patin. Sie ist nett, lieb, ich hab sie gern, denn sie wackelt nicht. Wenn alle unsicher sind, ist sie relativ sicher im Leben. Aber verstehen tut sie mich nicht. Mein Pate erholt sich gerade erst von einem Burn-Out, der ist auch nicht wirklich eine Option.

Also Fazit: Kein Ahnung. Ich bin in der Luft wie ein Springer ohne Fallschirm. Auf den Aufprall wartend. Irgendwie – ich scheine schon durch ein paar Bäume gerattert zu sein, dessen Äste ziemlich schmerzhaft in mein Gesicht klatschten. Aber der Aufprall – bleibt noch aus.

Ich überleg was anders: Wer ist dein Hafen? Ich weiß, dass du nicht halb so abgedreht bist, wie ich, aber dass du dennoch auch alleine bist. Sehr sogar. Und ab und zu hab ich das Gefühl, ich bin dein Hafen.

Das Ding dabei ist: Beim Hafen ist man sicher. Aber im Meer fischt man. So ist es mit dir, denk ich mal. Es macht mich irgendwie traurig und jedes Mal, wenn ich deine Augen aufleuchten sehe, weil die ein nettes Mädchen begegnet, deine Wege kreuzt, sticht mein Herz. Der Wunsch, die Hoffnung, dass deine Augen auch mal aufleuchten, wenn du mich siehst, stirbt zusehends. Ich weiß, dass WIR nicht wird, nicht werden kann. Aber … ja, so genau weiß ich doch auch nicht, was ich will. Ach, Schatz, ich weiß nur, ich würde rennen, wenn ich erführe, dass dir irgendetwas passiert ist.  Ich weiß nur, egal wo ich bin, wenn du was brauchst, anrufst oder was weiß ich – ich mach’s sofort. Scheiße, wie lang geht das jetzt eigentlich schon? Wenigstens weißt du, in welchem Takt mein Herz so schlägt. Und in welchem es schlägt, wenn ich bei dir bin. Und was noch viel schöner ist – ich kenne deinen Takt, und wenn er auch nicht so schnell wie meiner ist, ist es doch genug-ausreichend für mich.

Was soll ich bloß mit dir anfangen? Was soll ich bloß mit mir anfangen? Schön, dass du mein Organisationstalent, meine Koordinationsfähigkeit bewunderst und immer in Vergleich zu deiner Konfusität stellst. Schön, dass ich doch selbst keine Ahnung habe. Was ich weiß: Ich bin da. Du bist da. Das ist gut.

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