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Es dauerte eine ganze Weile bis die kleinen Lichtpartikel vom Sonnen-Inferno auf ihre Haut kamen. Rund neun Minuten. Ziemlich schnell also, und dann wuchtete dieser Lichtpartikel auf ihre Haut, aber es war nicht nur dieses eine Photon, es waren hunderte, und alle knallten unbarmherzig gegen ihre sanfte Haut, doch das störte sie nicht, sie war es gewohnt, von Photonen beschossen zu werden. Heute waren es besonders viele und besonders wuchtige. Zu ihrem Glück schlief sie gerade und merkte es somit kaum, es glich eher einem angenehmen Gefühl, so im Schwimmbad auf der Wiese, leicht schlafend, der Rücken unter Sonnen-Beschuss.

Tom fuhr mit seinem Rad wie gewöhnlich die Straße entlang. Es regnete heftig, die nasse Straße wurde gefährlich rutschig, aber Tom meisterte die Situation mit Bravour. Er schlängelte sich irgendwie durch, rutschte einige Male fast aus, konnte es aber noch immer irgendwie hinbiegen. Als er endlich die Landstraße erreichte, hörte es auf zu regnen, aber klitschnass war er dennoch. Seine Kleidung hatte sich mit Wasser aufgesogen und fühlte sich so wie einige Extra-Gewichte an. Nichtsdestotrotz fuhr er mit beachtlicher Geschwindigkeit weiter.

Eine Hummel schwirrte gemächlich um ihren Kopf und so wachte sie langsam auf. Sie brummte noch kurz und öffnete dann langsam die Augen. Die Hummel hatte sich auf ihren Rücken gesetzt, was sie ein wenig kitzelte. Sanft schubste Anna die Hummel weg, animierte sie zum weiterfliegen. Sie schaute auf die Uhr und beschloss, nochmals ins Wasser zu gehen und einige Längen zu schwimmen. Der erste Schritt war natürlich auch der Schrecklichste – ins kalte Wasser rein, jetzt das die Haut trocken war.

Jetzt kam noch der nervige Hügel, über den Tom drüber musste. Erst würde es ein Stück steil aufwärts gehen, dann dafür umso steiler runter. Kein Problem, dachte er, er war die Strecke ja schon oft gefahren. Er trat in die Pedale und spürte gleichzeitig, wie ihm die schweren Klamotten und der Aufstieg zu schaffen machten und er leicht müde wurde. Er zwang sich aber zur größten Konzentration, die würde er noch brauchen, besonders für die Abfahrt. Also nahm er sich zusammen und fuhr angestrengt weiter.

Lisa hatte es geschafft, sie war im Wasser. Ein paar Längen hatte sie schon hinter sich, sie schwamm ziemlich schnell. Sie wechselte zwischen unter- und ober der Wasseroberfläche, dass gab ihr Geschwindigkeit, dafür bekam sie nichts von ihrer Umgebung mit, was ihr auch so recht war. Zug um Zug schwamm sie einfach, eine Tätigkeit, die zwar keine große Konzentration benötigte und dennoch Ablenkung bot. Sie dachte an nichts, außer an die Regelmäßigkeit ihrer Schwimmzüge und ihrer Atemzüge. Einfach den Kopf leeren.

Agnes und Peter berichteten, sie sahen einen Jungen mit klatschnasser Kleidung auf dem Fahrrad herunterstürmen. Es war ziemlich steil, aber er schien alles im Griff zu haben, bis er in eine Wasserlache im toten Winkel fuhr. Der Junge versuchte zu bremsen, aber das hintere Rad verstellte sich, sodass er ohne Kontrolle mitten auf den Eingang des Schwimmbads zuraste. Er fuhr grad durch, das Vorderrad knallte an den Randmauer des Beckens und Tom wurde in die Luft geschleudert. Er drehte sich in der Luft einige Male, bevor er wieder runterflog, genau auf ein Mädchen knallte, das nichts von alldem mitbekommen hatte und gemeinsam wurden sie in die Tiefe gerissen, wo sich ein Portal auftat und sie verschwinden ließ. Mehr wussten sie auch nicht.

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