Schlagwörter

, , , , , , ,

Die junge Religionslehrerin geht gedankenverloren aus dem Kopierraum. Ihre Gedanken hängen bei dem einen Lehrer nach, in den sie schon seit ihrer Anstellung im September verliebt ist. Sein wildes blondes Haar, seine hochgewachsene Gestalt, seine angenehme Stimme und die schönen Hände bringen sie jedes Mal ins Schwitzen.

Unachtsam stößt sie gegen jemanden, sie lässt ihre Unterlagen fallen und noch während sie eine Entschuldigung murmelt blickt sie auf – erblickt ihn. Augenblicklich verstummt sie. „Warte, ich helfe dir.“ Wie süß Herr G. doch ist. Er kniet sich nieder, um die Zettel einzusammeln, sie tut es ebenso, wobei sie ihn mehr anstarrt, als wirklich etwas zu tun. Wie ein kleiner Stromschlag trifft sie eine kurze Berührung ihrer Hände und verlegen schauen sich die beiden in die Augen. Für einen Moment steht die Welt still. „Danke“, murmelt sie und erhebt sie zeitgleich mit ihm. „Mein Fehler“, meint er, „wie wär’s wenn wir zur Wiedergutmachung zusammen in der Pause essen? Du bist jetzt sicher wegen mit zu spät in deiner Klasse.“Frau P. wär vor Freude am liebsten herumgesprungen, hätte ihn umarmt. Stattdessen sagt sie „Ja, klingt gut. Ich hab jetzt eh bloß die 4d, die freuen sich bestimmt, wenn ich zu spät komme.“ „Wer würde sich nicht über deine Anwesenheit freuen?“ haucht er und sie schmilzt dahin. Kaum mehr kann sie sich auf den Knien halten und dreht sich schnell mit einem entschuldigenden Lächeln um und geht weg.

In der Pause treffen sich die Beiden in der Aula. Sie holen sich in der Kantine etwas zu essen und setzen sich in einem kleinen Besprechungsraum – etwas abgeschottet vom Lehrerzimmer, wo alle sofort tratschen würden. Sie plaudern locker, so locker es geht und dann berührt er wagemutig ihre Hand. Begeistert verschränkt Frau P ihre Finger in den seinen und verliebt starren sie sich an. Sie weiß nun, Herr G. mag sie auch. Überglücklich essen sie fertig und Frau P. gibt ihm ihre Nummer.

Der Schulalltag wurde nun zur wahren Freude für Frau P. Sie geht gerne in die Schule und lächelt jedes Mal versunken, wenn sie Herrn G. auf dem Schulflur begegnet. Sie haben ausgemacht, dass sie es noch nicht öffentlich bekannt geben, dass sie zusammen sind. Endlich ist es Freitag und gemeinsam fahren sie auf einen Wochenendtrip aufs Land, nach Bayern.  Der Ausflug ist wunderschön und es könnte nicht besser laufen. Am Sonntag fahren sie zurück und nur ungern lässt Herr G. Frau P. bei ihrer Wohnung gehen.

Montag morgens haben beide eine gemeinsame Freistunde und so beschließen sie, gemeinsam zu frühstücken. Ganz gemütlich genießen die beiden frische Brötchen und Herr G. beschließt, sich noch einen Kaffee zu holen. Während er weg ist, leuchtet das Display seines Handys auf, es erscheint die Nachricht „Hey Süßer, wann kommst du heute“ von „Susi :)“. Heimlich beobachtet die Saskia, eine Schülerin, wie sich Frau P.’s Augen vor Entsetzen weiten und steckt ihr Handy wieder ein. Sie setzt ein selbstsicheres Grinsen auf, als Frau P. bestürzt aus dem Schulgebäude rennt. Gemütlich geht Saskia ihr hinterher und beobachtet, wie Frau P. in ihren Highheels über den gespannten Nylonfaden stolpert und bewusstlos liegenbleibt. Saskias Helfer zerren Frau P. in den schwarzen Audi, einer setzt sich auf die hintere Bank neben Frau P und einer gesellt sich zu Saskia auf den Beifahrersitz. Mit Triumph fährt Saskia weg.

Inzwischen sucht Herr G. verzweifelt Frau P. Er hat die SMS gelesen und ärgert sich, da das mit Susi schon lange vorbei ist, bloß sieht sie das nicht ein. Er geht überall herum und schließlich hilft ihm der Herr Direktor: „Dann war das also Frau P. zwei kräftige Schüler haben sie in einen schwarzen Audi gehoben. Ich habe das Kennzeichen noch gesehen!“ Glücklich über diese Information rennt Herr G. zur nahe gelegenen Polizeistation und eine Suchaktion wird sofort gestartet. Nach nur wenigen Stunden, die Herrn G. fast verzweifeln ließen, kommt die Meldung, dass das Auto lokalisiert wurde. In seinem weißen BMW rast er dem Zielort, einer Hütte im Wald entgegen und geht als erster hinein. „Endlich habe ich dich gefunden!“ strahlt er und auch befreit Frau P. von Knebel und Fesseln. Schluchzend umarmt sie ihn und er bietet ihr gerne Halt. „Wie hast du mich gefunden?“ „Der Direktor, Herr W., hat gesehen, wie sie dich entführt haben. Aber … eigentlich hätte ich das nicht gebraucht – schließlich habe ich Saskia gesagt, wo sie dich hinbringen soll.“ Der Schreck zeichnet sich auf Frau P.’s Gesicht ab. „Was … was sagst du da?“ „Ja, du hast richtig gehört. Erinnerst du dich noch an den Unfall vor drei Jahren? Du warst hinter dem Steuer – betrunken. Die junge Frau, die am Steuer des anderen Wagens saß, war meine kleine Schwester!“ „Aber … aber ich habe doch gesühnt, es tut mir leid. Du weißt nicht, wie ich jetzt noch Alpträume habe. Nie mehr habe ich seit damals etwas getrunken!“ „Du sollst leben dürfen und sie ist tot – das bleibt nicht ungerächt!“ „Glaub mir, ich dachte schon, ich solle mein Leben selbst beenden. Ich hätte es auch fast getan – aber dann habe ich dich getroffen, und dachte, es gäbe wieder einen Sinn in meinem Leben.“ „Tja, da hast du falsch gedacht. Es war alles bloß inszeniert. Zum Glück gibt es genug Schülerinnen, die alles für mich tun würden. Gutes Aussehen hilft anscheinend doch im Leben weiter.“ Nun weint Frau P. ungehalten. Herr G. zieht eine Pistole und auch auf das Flehen Frau P.’s, sie zu verschonen, erschießt er sie kaltblütig. Die Polizeisirenen sind schon zu hören und Herr G. begreift, was er gerade getan hat. Schließlich hatte Frau P. seine Schwester nicht vorsetzlich getötet und lebendig wurde sie durch seinen Mord auch nicht. Was war er für ein Mensch? Entsetzt dreht er sich um, als die Polizisten das Hüttchen stürmen und erschießt auch sich.

____________

Ladies and Gentlemen, ich präsentiere die Handlung der aktuellen Fotolovestory der Schülerzeitung. Drama, Liebe, Rache, Mord, Verrat – alles ist dabei.

Advertisements