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Nun steh ich hier, ganz allein.

Mal bist du da, mal bist du weg, mal für eine Woche, ein Monat oder nur drei Stunden. Du zählst zu den Menschen, die nicht nur an anderen Menschen vorbei gehen, SmallTalk führen und dann verschwinden. Du lässt dich berühren und berührst auch selbst. Umso mehr seufze ich, wenn ich sehe, dass ich dein Werkzeug bin, dir helfe und dir versuche Trost zu spenden, aber du mir? Und noch mehr seufze ich, wenn ich erkenne, dass ich die letze bin, die diesen Zustand aufheben wird.

Nun steh ich hier, im Regen.

Meine Gedanken schweifen nicht in die dunkle Seite ab. Das Licht ist nicht hell, aber genug, um mich froh zu halten. Froh ja, aber traurig. Nicht tieftraurig-ich-will-nicht-mehr-leben, einfach traurig-ich-finde-es-schade-werd-aber-nix-ändern. Keine Schwarzmalerei, einfach nur Tatsachen, die mich bewegen. Eine Tatsache, die mich aber nicht runterzieht. Ich stehe im Regen, aber mache meinen Schirm nicht auf, sondern lächle dennoch. Denn es ist ein warmer Sommerregen, den ich gut ertragen mag.

Nun steh ich hier, was nun?

Ich leide nicht, also geht es mir gut. Dir – ich weiß es nicht. Ich würde es gerne wissen. Genauso wenig weiß ich, was jetzt weitergeht. Ob etwas weitergeht. Die Zukunft ist noch schleierhaft, aber ohne Idee, Vision werde ich sie nicht zu lenken versuchen. Gegenteiliges – bis jetzt war ich diejenige am Steuer. Was passiert, wenn ich dich mal dranlasse? So schlimm kann das doch nicht werden … oder?

Nun steh ich hier, ohne Musik.

Der Ton ist aus, der Tanz vorbei. Es liegt aber in meiner Hand, ob ich das nächste Lied einschalte oder nicht. Nun gut, du könntest dir die Ohren zuhalten. Ein Walzer wäre jetzt schön. Möchtest du mit mir einen Walzer tanzen? Ich weiß doch, du bist gerne auf Tanzveranstaltungen. Vielleicht bin ich gar nicht so schlecht für deine Welt – ich klopf an, bitte lass mich rein. Und dann tanzen wir. Wir werden die ganze Nacht tanzen.

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