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Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust 

die eine versucht alles zu verstehn
vor Problemen nicht wegzugehn
alles katalogisieren und logisch lösen
fürchtet sich vor nichts, nichtmal dem Bösen

die andere Seite träumt am Tag
und wacht in der Nacht
die Phantasie ist ewig grenzenlos
so entstandne Monster machen nicht furchtlos

Aber rationale Phantasie
logische Träume
bibbernde Drachenritter
gibt es nicht.

So bin ich innerlich gespalten
äußerlich ungehalten
der Wechsel schmerzt jedes Mal
Aufs Neue kaum auszuhalten die täglich Qual

Dagegen anzukämpfen die größte Scham
der erste Weg, wie wird meine Seele lahm
ich änder nicht die Art, wie ich bin
meine Sprache, meine Kleidung oder meinen Sinn

Aber rationale Phantasie
logische Träume
bibbernde Drachenritter
gibt es nicht.

Die Überschrift stammt aus Faust. Der Tragödie erster Teil von J.W. Goethe. Und wer sagt, das heißt J.W. von Goethe, der soll besser recherchieren, weil beide Versionen stimmen, da Goethe nicht geadelt zur Welt kam. Schöner Satz. Also das mit den Seelen. Und genau – ich behaupte nicht, ich sei großartig als Dichterin. Das ist entstanden, als ich gelangweilt auf den Beginn einer Modeschau gewartet habe. Es gefällt mir trotzdem – irgendwie.

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