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Auf die Frage, wie ich einem Herrn im Zeitalter des viktorianischen Englands die Liebe gestehen würde:

Er würde in einem Bureau, eine großes Zimmer in seinem Stadthaus mit einer Wand voller Regal mit interessanter Lektüre sitzen, und seiner gewöhnlichen Tagesarbeit an einem schweren hölzernen Schreibtisch nachgehen. Ich würde mit einem kurzen Anklopfen ins Bureau treten und sofort die Türe hinter mir schließen. Dann würde ich stehen bleiben, unglaublich nervös werden und durch die geschlossene Türe keinen Ausweg mehr sehen, was mich wiederum motivier, meinen angefangen Weg zu Ende zu schreiten. Etwas verlegen hebe ich meinen Rock und knickse kurz. „Miss, wie kann ich Ihnen behilflich sein?“ Ein Gentleman, natürlich. „Es ist unverzeihlich, dass ich ohne Anmeldung in Ihre Räumlichkeiten gestürmt bin, Mister, es gehört sich nicht für eine Dame, und dennoch ist mein Anliegen von solcher Dringlichkeit, dass es keinen Aufschub mehr erlaubt. Die Minute danach könnte schon zu viel für mein Herz sein und mich in einen elendigen Abgrund stürzen. So bitte ich Sie, mich anzuhören und über mein Fehlverhalten hinwegzusehen.“ „Sprechen Sie nur, Miss. Ich werde sehen, was Ich für Sie tun kann.“ Überrascht, von seiner offenen Reaktion und nur noch mehr ermutigt würde ich einige Schritte nach vor treten, den Kopf leicht gesenkt halten, dass die erröteten Wangen nicht gleich zu sehen sind. Es ziemt sich schließlich ganz und gar nicht für eine Dame, so offen über ihre Gefühle zu sprechen – und dann noch einem unverheirateten Herrn so schamlos die Liebe gestehen. Man würde sie glatt für ein Flittchen halten. Nun denn, ich würde mir meinen Mut zusammenkneifen und sagen: „Mister Hauxley, bei all meiner Menschenwürde, ich muss ihnen gestehen, wie sehr ich Sie liebe und verehre. Was auch immer Sie jetzt sagen werden, mir an den Kopf werfen werden, kein Menschenwort wird dies je ändern können und ich konnte nicht umhin zu leben, ohne dass Sie dies wissen. Es ist Ihr Anrecht. Nun ist es mir wohl eher zugetan , für den Moment zu schweigen und Sie sprechen zu lassen.“ Er würde ein wenig geschockt sein, aber dennoch meisterhaft die Ruhe bewahren und seine Unsicherheit nur in den funkelnden Augen Ausdruck geben. „Miss Benedict, seien Sie keinesfalls verlegen. Es ist nur ein unendlich mutiger Schritt, den zu wagen nur die wenigsten Damen und Herren dieser Stadt trauen und somit ihrer treuen und aufrichtigen Liebe selbst im Wege stehen. Doch nicht so hat es das Schicksal mit mir gemeint, das mir eine starke und liebenswürdige Frau geschickt hat, weshalb ich nur froh sein kann. Miss Benedict, haben Sie keine Sorge. Ich liebe Sie ebenso, nein, ich liebe Sie voller Inbrunst und Leidenschaft, meine Zunge hat es aber nie gewagt, meine Gefühle auszusprechen, wofür ich Ihnen so dankbar bin. Lassen Sie sich getrost sein, dass ich jeden Ihrer Schritte beobachtet habe, jedes zukünftige Glück ausgerechnet habe und dennoch nie zu hoffen gewagt habe, dass es einmal so weit kommt. Wenn Sie so empfinden, wie Sie gesagt haben, so bleiben Sie bei mir.“ Er würde näher an mein Gesicht gerückt sein und sein Atem würde ebenso schnell wie der meinige gehen, sein Herz würde ebenso rasen. Kein Wort könnte mein Glück aussprechen oder meinen Empfindungen gerecht werden. „Natürlich werde ich bei Ihnen bleiben. So lange Sie mich bei Ihnen wollen, werde ich treu an Ihrer Seite stehen. Dies ist höher, als alles, was ich mir erträumt habe – ich danke Ihnen von ganzem Herzen, Mr. Hauxley.“ „Wenn dies so ist – auf der Stelle, ich muss sie fragen: Wollen Sie meine Mrs. Hauxley werden?“ Der gütige und liebende Vater im Himmel musste dies Glück mir zugesprochen haben. „Nichts wäre mir lieber.“ „Nun gut – so ist dies der schönste Tag in meinem Leben. Ich danke Ihnen dafür sehr. Nun eilen Sie zurück und ich werde so bald als es geht Ihnen nachkommen und alles mit Ihrem Herrn Vater besprechen. Wird er zugegen sein?“ „Ich werde dafür sorgen. Nun verlass ich sie bis auf kurze Zeit – beeilen Sie sich.“ „Keine Sekunde länger als nötig werde ich hier verbleiben.“ Pflichtbewusst, der Mann. Es wäre wunderbar. Der schönste Traum würde ja schließlich in Erfüllung gehen. „Auf Bald.“ „Auf Bald.“

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