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Rhetorik-Workshop: Wir sitzen im Kreis, etwa zehn Personen – alle fantastisch.

Spiel: Jemand bekommt ein Wort, muss ohne Vorbereitungszeit eine kurze Rede oder Geschichte dazu vortragen.

Bisheriger Verlauf: Interessant.

Mein Wort: Sirup. (Man bedenke im Folgenden, dass ich davor von einer 15jährigen teilweise gehirngewaschen wurde. Diese Gesellschaft lässt mich übermütig werden)

Meine Geschichte: Man gleitet gut, man gleitet schnell, und wenn’s mal nicht so ist, dann hilft’s dabei. [alle lachen – ich denke nochmals über das Gesagte nach und schlage mit innerlich auf den Kopf] Wir alle wissen, Dehydration ist ziemlich ungesund. Besonders blöd wird’s wenn man dabei in einer Situation ist, in der man keinen Zugang zu Wasser oder Ähnlichem hat. Beispielsweise in der Luft. Beispielsweise, wenn man gerade in einem Paragleiter festgeschnallt ist. Deshalb wäre es gut, vorher etwas zu trinken. Seit Kindesalter wissen wir – Wasser schmeckt viel besser mit Oma’s Himbeersirup. Deshalb – trinkt ein Glas Saft, bevor ihr aus einem Flugzeug springt. Und das war der Tag, als ich beschloss, von meiner Alm wegzuziehn und in die große Stadt zu gehen.

Meine ersten Gedanken dazu: Was hab ich da für einen zusammenhangslosen Schwachsinn verzapft?

Reaktion der Anderen: Zustimmung und Lachen. Ich hab die ersten Gedanken genommen und das Beste daraus gemacht. Also genau das, was gefordert war.

Meine zweiten Gedanken dazu: Wow, ok. Aber dennoch – was hab ich da für einen zusammenhangslosen Schwachsinn verzapft?

Fazit: Kinder, denkt nach, bevor ihr redet. Und trinkt ein Glas Saft, bevor ihr aus einem Flugzeug springt.

Alles in allem war es ein amüsanter Nachmittag, bei dem ich natürlich auch etwas Gelernt habe. Ich muss bei meinem Bühnen-Auftritt die Dynamik verbessern (Gestik, Tonfall), obwohl ich es grundsätzlich könnte. Nur Einsetzen muss ich es eben auch. Meine Aussprache passt mir auch noch nicht wirklich. Dafür kam (überraschend) ein Kompliment für meine ausgewählte Wortwahl und meine Selbstsicherheit (ha-ha. Wer die vorigen Artikel gelesen hat, weiß warum – es beweist meine überzeugenden Schauspiel-Fertigkeiten). Ich würde wie eine Fernseh- oder Radiomoderatorin wirken (nicht gelangweilt, aber auch bei spontanen Reden wirke ich bestens vorbereitet). Ich danke jedem Einzelnen für sein Mitwirken. Ich habe schon das letzte Mal und auch dieses Mal tolle Menschen getroffen. Eine kurze Anmerkung: Das mit dem „Gleiten“ war weniger spontan, als es vielleicht wirkt. Das hab ich mir kurz überlegt – so bleibt man im Gedächtnis der Leute. Ich kann mich in dieser Hinsicht gut vermarkten. Solche ein spontaner „peinlichen Ausrutscher“ ist bei näherem Betrachten eigentlich ein geniales Marketing-Instrument. Es schädigt auch kaum bzw. gar nicht dem Image, sollte dennoch jemand aufgrund diesen „Ausrutschern“ schlecht von mir denken, dann, naja, sein Problem, nicht meins.

Ach ja: habe eine Verbrennung am Finger entdeckt. Keine Ahnung, woher. Passiert mir ständig – irgendwie.

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