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Ein ruhiger Tag begann und die ersten Kirschblüten öffneten sich vorsichtig und doch neugierig, das erste Sonnenlicht zu erschnuppern. Die Blüte würde prächtig werden, ebenso prächtig wie die heranwachsende Mizuki. Ihre Eltern hatten alles Recht der Welt, stolz zu sein. Wie jeden Morgen, seit sie ein kleines Mädchen war, ging sie zu ihrem Baum, den sie und ihr Vater einst pflanzten und beobachtete seine Fortschritte im Wachstum. In ihrem seidenen Kimono setzte sie sich auf eine kunstvoll geschnitzte Bank in der Nähe ihres Baumes und beobachtete den Fujiyama. Welch majestätische Erhebung und trotzdem war er gleichmäßig und wirkte abgerundet. Umrahmt wurde die Aussicht von den Knospen und ersten, vorsichtigen Blüten der Kirschbäume im Garten. Mizuki freute sich schon auf die große Kirschblüte dieses Jahr, denn mit der Blüte kam auch ihr Geburtstag, und da würde auch sie aufblühen, in neuem Glanz erstrahlen. Ihr Leben verlief bisher glücklich und friedlich, wofür auch ihr Vater sorgte, der sie wie einen Edelstein behütete und vor Kratzern bewahrte. Sie hatte eine fröhliche Kindheit und milde Erziehung genossen, die perfekte Grundlage für sie, auch eine glückliche Familie zu gründen. Ihr Vater würde sie an ihrem baldigen Geburtstag einigen möglichen Bräutigamen vorstellen und sie freute sich schon darauf. Nichts stand im Weg für eine glückliche Zukunft. Ihr Vater war wohlhabend und deshalb würde auch ihr zukünftiger Mann niemand sein, der kein Geld hatte. Er musste sie ja schließlich ernähren können. In die Vorstellung verschiedener Kandidaten versunken schien die Zeit nicht mehr wichtig zu sein und so verbrachte sie fast den ganzen Vormittag bei den Kirschbäumen. Mizuki stand auf, tanzte in Gedanken mit ihrem zukünftigen Mann, der sicherlich stattlich, hübsch, nett, und gebildet war. Ja, und tanzen würde er können… tanzen wie ein Gott. Sie kniete sich elegant nieder, der Sonne entgegen und schloss die Augen, während sie ihre zierlichen Hände auf die Knie legte. Spontan dankte sie für den wunderschönen Tag und freute sich, einfach der Freude wegen. Sie würde sich bemühen, eine gute Braut und Frau zu sein. Sie würde ihre Eltern nicht enttäuschen. Und auch dafür dankte Mizuki. Sie faltete ihre Hände und verbeugte sich, danach stand sie wieder auf und ging ins Haus zurück, nachdem sie ihren Kimono glatt gestrichen hatte und den Obi wieder schön gebunden hatte. Im Wohnzimmer traf sie auf Mutter und Vater, die etwas besprachen. Es schien wichtig zu sein, und so ging sie gleich in ihr Zimmer, um sie nicht zu stören.

[Fortsetztung Folgt]

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