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Mädchen, bleib auf dem Boden. Du wirst es eh nie schaffen, hoch hinaus zu kommen. Nein. Die Luft verunreinigt, unsauber, kränkend. Will raus, raus aus dem Stadt-Smog, der mich immer weiter runter zieht bis hin ins Verderben. Will mich retten, lösen und steige dabei immer höher, der Sonne entgegen. Sie blendet mich und ich sehe nicht die Tiefe des Abgrunds, der sich or mir auftut. Aber es ist egal, ich weiß, wie ich an mein Ziel komme. Jeder Schritt vor Verlangen übereilt und doch genau durchdacht. Der Boden neu und doch auf Sicherheit geprüft. Der Aufstieg ist steil und gefährlich, bin schon mehrmals im Schlamm der Verwesung, der meine Füße

festhählt, ausgerutscht und zurückgeworfen worden. Aber ich gehe weiter, dem Licht entgegen. Zweige und Dornen stehen mir im Weg, verhaken sich in Haut und Kleidung, bilden eine Absperrung und dennoch duchbreche ich auch diese Schicht. Endlich – ich bin fast bei der Sonne. Noch ein paar harmlose Büsche und ich bin oben angekommen. Die letzten Zweige hinterlassen ihre Male in meinem Gesicht und ich bin draußen.
Erst sehe ich nichts, die Sonne scheint mir in die Augen. Dann – da glitzert etwas Goldenes. Mitten im Licht…bin ich tot? Kommt das Licht, mich zu erlösen? Möchte ich, dass das Licht mich erlöst?
Es ist die Spitze einer Friedensstupa – ich bin beim buddhistichen Kloster gelandet und sinke erschöpft ins Gras. Es riecht gut – alles, vom Halm bis zur Luft, vom Baum bis zur Erde. Nach einem kurzen Ruhemoment lege ich die Regenjacke auf das feuchte Gras und knie mich nieder, in Richtung der Sonne und der Stupa. Als ich tief eingeatmet und ausgeatmet hatte, falte ich meine Hände am Boden und verbeuge mich. Danke, für diese Ruhe, für meinen Frieden, für die klare Luft, für das herrliche Bild des Sonnenuntergangs, für die Wälder um mich, für … für das Alles – die Natur. Ich richte mich wieder auf und setze mich im Schneidersitz, lege die Hände auf die Knie und schließe meine Augen, genieße die Sonnenstrahlen auf meinem Gesicht. Bleibe so sitzen. Möchte ewig so sitzen. Denke in dieser Position nur ans Einatmen und Ausatmen. Einatmen, Ausatmen. Einatmen. Ausatmen. Die Sonne kitzelt, ich fühle mich wohl. Die Sonne ist schon fast hinter den Schweizer Bergen verschwunden. Ich muss wieder nach hause denke ich und seufze dabei. Ich fühle mich hier viel wohler, aber es muss sein. Ich gehe zur Friedensstupa hinunter und betrachte den schönen, schlichten Buddha. Er wirkt glücklich. Und um meine Sorgen wissend. Das beruhigt irgendwie – er wirkt wie ein Beschützer. Ich danke ihm und gehe noch zum Kloster, bevor ich wieder zurück gehe. Ein Höhenflug ist so kraftgeben, dass es den Mut zum Erfolg gibt. Ich werde erfolgreich. Das Jahr wird gut werden.

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