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Es ist Nacht, ich lese von dir und will schreien. Aber es ist Nacht und meine Familie schläft und ich darf sie nicht aufwecken.

Du wirktest glücklich. Nach außen hin, und ich habe schon länger nicht mehr mit dir geschrieben. Du willst oder kannst meine Liebe nicht akzeptieren und diese Tatsache begann ich zu akzeptieren, denn du wirktest glücklich und ich dachte du bedarfst meiner Liebe nicht, du kannst auch ohne sie gut überleben, mehr als ausreichend leben. Du brauchst mich nicht. Und dann lese ich wieder von dir und es erinnert mich daran, dass du alles andere als glücklich bist. Dass du nach außen hin so glücklich scheinst ist deine Droge, die du konsumierst, um deine Probleme zu vergessen. Aber sie verschwinden nicht. Nein, auch deine Probleme verschwinden nicht. Genauso wenig wie meine. Und jetzt, da ich weiß, dass du unglücklich bist, kann ich mich nicht so recht damit abfinden, dass du meine Liebe nicht willst. Denn, ich war davon überzeugt, dass sie dir helfen würde, aber dennoch. Du scheinst: Du brauchst mich nicht. Dennoch nicht. Ich muss mich im Hintergrund halten. Dir zusehen, wie dein Geist schreit – und dabei will ich schreien. Mein Herz sagt, ich muss dir helfen, es will dir helfen und mein Verstand weiß, du willst meine Hilfe nicht, du glaubst, sie schmerzt dich. In meiner Brust tobt ein Kampf, weitaus brutaler und fataler als die Schlacht um Gondor – in diesem Falle kommt auch kein Geisterheer oder sonst irgendwas in letzter Sekunde zu Hilfe. Ich möchte schreien – aber ich kann, ich darf nicht und sieche dahin. Ich weiß nicht, wie lange ich noch standhalte, wie das Feuer in meinem Herzen noch standhält. Aber um zu leben, muss ich mich von dir lösen. Mich dem Positiven der Welt zuwenden. Bald bekomme ich  (wahrscheinlich) ein neues Handy – ein Neubeginn? Auf jedenfall kommt statt dem düsteren Bild der hoffnungsloser Liebe zwischen Hauro und Sophie ein Bild von irgendeinem hellen, schönen Sandstrand bei schönem Wetter als Bildschirmschoner auf mein Smartphone. Statt Beethovens Mondlichtsonate erklingt Vivaldis Frühling und die Abenteuer von Pater Brown aus dem Hause Maritim – die Begleitmusik ist ebenfalls schön. Iron Maiden ersetzt Led Zeppelin und The Galaxy Asteroids Tour ersetzt Blues-Klänge. Das wird meine einzige Rettung sein. Auf Wiedersehen. Gute Nacht und angenehme, schöne Träume. Falls ich schlafen kann, so will auch ich versuchen, gut zu träumen und in der Realität leben bleiben – alles andere würde früher oder später im Tod enden, was ich nicht will. Zuviel hält mich noch auf Erden.

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