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Das ist das fiktive Bild einer perfekten Beziehung, das ist das Bild einer Beziehung, das uns die Medien geben, das ist das Bild, das beinahe jeder anstrebt. Es beschreibt den Zustand, wenn man seine „große Liebe“, seinen „Seelenverwandten“ gefunden hat. Diese Beziehung ist aber kaum realisierbar, ich kenne niemanden, der auch nur ansatzweise an dieses Fantasiebild, an dieses Ideal herankommt.
Deshalb hat eine realisierbare perfekte Beziehung auch niedrigere Maßstäbe. In diesem weniger fantastischen Ideal lieben sich die Partner aufrichtig, verstehen einander und hören sich zu. Es gibt manchmal auch Streit, der, wenn man wirklich den Richtigen gefunden hat, wieder geschlichtet wird. Es gibt keine Seitensprünge, dafür gibt es auch Stress und Pausen. Der erste Freund/die erste Freundin ist wahrscheinlich nicht der Partner fürs Leben. Das Paar eines realistischen Ideals heiratet und gründet eine Familie. Meistens kommt man mit der Verwandtschaft zurecht, Unstimmigkeiten mit Schwiegermutter und co. sind aber nur menschlich.

Sexualität spielt im sowohl in der fiktiven als auch in der realen perfekten Beziehung eine wichtige Rolle. Küsse, Neckereien und kleine sexuelle Anspielungen sind in der Öffentlichkeit meist kein Problem, ausgenommen eine Familie/Partnerschaft mit streng religiösem Hintergrund, z.B. bei einem extrem konservativen Partner. Oft wird das Küssen bei einem gemeinsamen Spaziergang, Einkauf, Bummel, etc. auch als Statussymbol eines glücklichen Paares gewertet. Sex in der Beziehung allgemein hängt meiner Meinung nach vom Alter ab, wobei es wahrscheinlich viele Ausnahmen gibt. Ich denke, dass jüngere Paare öfter miteinander schlafen, als z.B. Senioren. Wobei ich mit „jüngere Paare“ Leute zwischen 18 und 30 meine. Es spielt aber auch je nach Altersgruppe eine wichtige Rolle, nicht nur des Fortpflanzens Willen, sonder erhält es auch in eventuell schwierigen Jahren oder Monaten den Spaß und die Abwechslung der Beziehung. Immer öfter ist auch vom „Versöhnungssex“ die Rede, der aber für das eigentliche Problem keine Lösungsalternative darstellt, sondern eine willkommene Ablenkung weil man sich nicht mit dem Problem beschäftigen will. Immer seltener wird, dass Sex vor einer Hochzeit gar keine Rolle spielt, dafür wird Sex vor einer Beziehung, bzw. als Beziehungsgrund immer populärer.

Rollenverteilung innerhalb einer Beziehung

Laut Bibel gibt es eine klare Aufgabenverteilung zwischen Mann und Frau. Diese hat sich kaum verändert, bis zum 20. Jahrhundert.

Die Frau steht hinter dem Herd und kocht, sorgt für den Haushalt und zieht die Kinder auf. Der Mann ist gebildet, verdient Geld und ermöglicht der Familie Ernährung und ein Obdach, das ist das typische Klischee. Doch zunehmend wehrten sich Frauen gegen dieses Familienbild, sie wollten auch Bildung erfahren, sie wollten auch Arbeiten, sie wollten sowieso nicht unter dem Vormund von irgendjemand stehen. Sie wollten ihr eigenes, freies Leben leben, so wie sie es wollten. Auch einzelne Männer wollten lieber zuhause bleiben, kochen und auf die Kinder aufpassen. Mit der Hippie-Bewegung in den Siebzigern erlebte der Feminismus, die Gleichberechtigung einen Aufschwung. Frauen bekamen mehr Rechte eingeräumt, Männer konnten auch zu Hause bleiben. Seit jener Zeit wird die Gleichberechtigung immer stärker, heute ist sie schon soweit, dass es um „Kleinigkeiten“ wie gleiche Bezahlung am Arbeitsplatz und ähnliches geht. Seit dem wurde bei diesem oben genannten Klischee einiges durcheinander geworfen. Allerdings ist das westeuropäische Leben stark von der konservativen, katholischen Kirche geprägt, deshalb wird sich dieses konservative Klischee noch viele Jahre in unseren Köpfen breitmachen. Dies hat zur Folge, dass auch nach diesem klassischen Bild gelebt wird. Warum nehmen sonst nur ca. 3% der Männer in Österreich die Möglichkeit der Karenz in Anspruch?

Zu diesem konservativen Klischee gehört auch, dass der Junge „den ersten Schritt“ machen muss. Dies hat sich gut bewährt und wird auch noch eine Weile so bleiben, weil Mädchen im Schnitt schüchterner wie Jungen sind. Frauen sind trotz aller Gleichberechtigung feminin und dazu gehört auch, dass Mädchen schwächer sind, dass sie sich zu viele Gedanken machen, dass sie sich jede mögliche und unmögliche Konsequenz ausdenken und folglich auch schüchterner sind. Außerdem wird auch vom Mann erwartet, dass er der Frau einen Heiratsantrag macht, wenn möglich mit Kniefall im Kerzenschein. Dieser Kniefall ist eher moderne Geste, es symbolisiert den Respekt, der der Mann der Frau zollt und dass er sie nicht unterwerfen will, sondern dass er sie bittet, ihn zu heiraten, dass er sich ihr unterwirft – jedenfalls für diesen Moment. Durch diese feminine Schwäche wird der Mann auch als „Beschützer“ gesehen, dass ist eine Erklärung, dass eine Frau sich einen kräftigen, starken Partner wünscht, wobei dies auch dem Urinstinkt zugrunde liegen kann. Sowohl Frau als auch Mann suchen sich einen Partner mit den besten Überlebenschancen, damit er sich Fortpflanzen kann, und das Kind nur mit den besten Genen ausgestattet ist. So sucht sich eine Frau einen starken Mann und ein Mann sucht sich wahrscheinlich eine gutaussehende, im Haushalt erfahrene Frau (gutaussehend, weil einer solchen Frau in Notsituationen gerne geholfen wird, oder wegen den natürlichen Trieben eines Mannes, das kann aber auch bei der Frau der Fall sein.)

Heute leben die meisten Paare mit konservativen Grundsätzen, allerdings auch mit liberalen Elementen, es ist z.B. vollkommen normal, wenn der Mann kocht oder auf die Kinder aufpasst. Es ist vollkommen natürlich, wenn die Frau (auch) arbeiten geht. Es ist vollkommen ok, wenn beide in die Karenz gehen.

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