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Der Mond scheint schon wieder. Hat er was gegen mich? Nicht der Mond. Und doch er. Aber wer ist er? Eine einfache Frage. Eine einfache Antwort. Aber nein, beantworten kann ich sie trotzdem nicht. Es ist behindert. Es fühlte. Es? Ich! Ich fühlte. Und wollte bloß indirekt sein. Scheiße gelaufen. Und der Mond schien doch so schön. Er ließ sogar seine Sterne funkeln. Bloß für mich. Für mich? Gegen mich! Blendete mich mit seinem Glanz, dem romantischen Hauch der Situation. Wollte ihm das bloß sagen, nebenbei. Total klassisch. Und klischeehaft. Wie der Mond. Die Nacht: Hauch von Wolken, Hauch von Wind, Hauch von Eis. Kalt und dunkel. Wie der reine Verstand. Verstand der Mond nicht, dass er hinterm Berg bleiben sollte? Und meine Worte dort gefangen halten sollte? Der Gefühle überdrüssig, die sich wie der Mondenschein in jede Ritze, jedes Loch in meiner Seele drängte. War ich nicht kaputt genug? Genug hatte ich vom Verstand, von der Einsamkeit. Von der Dunkelheit. Da kommt der Mond, ritzt sich hinein. Hinein, immer weiter, immer mehr Licht füllte mein Herz. Herzlichst nahm ich die Hoffnung auf. Hoffnung auf ein Leben, ein lebenswertes Leben! Wie wunderbar. Und dann wundern, wenn der Mond untergeht? Und das Licht mit sich zieht? Wo blieb der Verstand! Verstand ich denn nicht, dass er unberechenbar war? Aber wer ist er? Er, der mich füllte, voller Wärme, Stärke verlieh und dann verschwand? Ein falsches Wort, ein falscher Gedanke und alles hinfort! Hinfort mit euch, ihr Gefühle! Hinfort mit dir, du Mond! Hinfort mit dir, du Hoffnung! Hoffen und Hoffen bewahrt den Glauben, aber Zerstört das Gemüt beim Verschwinden. Verschwand einfach. Mit der Wärme, der Stärke, dem Licht und dem Schein. Schien es nicht so wunderbar? Bare Lebenskraft, und einfach verschwunden. Der letzte Mondenschein erreicht mich noch, rettet mich noch, nährt mich noch, stärkt mich noch. Und doch: Der Moment wird kommen, in dem auch er verschwindet. Das Licht schwindet, die Dunkelheit siegt! Der Verstand über den Gefühlen! Mehr Maschine als Mensch. Wie ein Roboter durch die Straßen werde ich gehen, ohne Licht. Lichtet es denn nie wieder in meinem Leben?

Leben versprachst du mir! Mir schwörtest du, du seist mein! Aber den Schein besitzen? Wo war denn der Verstand? Verstandst du nicht, dass ich dich brauche? Meine Träume beflügeltest du, mit wilden Worten. Leere Worte? Worte waren doch dein? Du beherrschtest die Worte wie der Mensch die Erde. Vollkommen und doch gar nicht. Niemals folgen sie deinem und meinem Willen. Wolltest du überhaupt das alles? Alle meine Löcher meiner kaputten Seele stopfen? Stopfte ich zu viel Sinn in deine eigenwilligen Worte? Aber ich war nicht geschützt. Nicht vor dir. Dass dein Licht magischer und verlockender wie der Verstand. Mehr, als mein Verstand erahnen konnte. Konnte ich mich vor dir überhaupt schützen? Schutz gesucht habe ich doch bei dir, denn vor der Sonne war ich gewarnt. Gewappnet. Die Sonnenstrahlen waren ein Leichtes, abzulenken. Aber du?

Schon wieder scheint der Mond. Hat er was gegen mich? Nicht der Mond. Und doch er. Wer ist ER? Wer IST er? Er, dessen Freundschaft mir viel bedeutete. Er, der allein durch Worte mein Herz und meine Seele leichter erfasste, als die Menschen unsere Worte. Wird sein Schein je wieder mich erstrahlen lassen? Lassen die Strahlen den Schein verblassen? Bleichen die Strahlen meine Seele aus?

Danke für die Zeit zu zweit, die sich dehnte und zusammenzog. Ziehen wir gemeinsam getrennt weiter – lebe wohl und pass auf dich auf. Auf in die neue Welt!

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