Im Haus ging ein Licht an, irgendwer rief „Ich komm ja schon“. Panisch klingelte sie weiter, in der Hoffnung, dass die Person schneller an die Tür gehen würde. Als sie den Schlüssel in der Tür hörte, drehte sie sich noch einmal um. Der Mann hinter ihr war nicht ganz so fit und es bestand noch ein paar Meter Abstand. Die Türe wurde geöffet und Christa sah die kleine Schwester ihrer Freundin. Sie stürmte rein und drehte den Schlüssel um, nachdem sie die Türe zugeknallt hatte. Kurz atmete sie durch, doch ihr viel noch etwas ein und sie fuhr wie vom Blitz getroffen hoch „Anna, sind hier irgendwelche Fenster oder Türen offen?“, doch die Kleine war noch etwas verwirrt, so rannte Christa selbst durchs Haus und schloss jedes geöffnete oder gekippte Fenster, auch die Balkontüre hatte noch offengestanden. Danach wurde sie ein bisschen ruhiger und schloss alle Vorhänge. „Christa, was ist los?“ Sie kannte Christa, da sie oft bei ihrer großen Schwester war, aber Anna hatte Christa so noch nie gesehen. „Anna, bist du alleine da?“ „Äh ja, Mama und Papa sind in einem Theater und Isi ist mit irgendeinem Jungen aus“ „OK, jemand verfolgt mich und hat ein Messer.“ „Messer haben wir auch…“ Mutiges Mädchen, dachte sich Christa „…und wir haben die Polizei an unserer Seite!“ Kluges Mädchen, dachte sich Christa. „Stimmt… “ Schnell wählte sie 133 und wartete ungeduldig auf einen Beamten, der doch endlich den Hörer abnehmen sollte. Noch waren sie nicht sicher, es tat Christa leid, die 12jährige Anna mitreinzuziehen, aber sie konnte es nicht rückgängig machen. Erleichtert vernahm sie eine müde Stimme am Telefon „Ja?“ „Hallo, Christa Berger in der Schönefelderstraße 24. Ein Mann, zwischen 40 und 50 hat mich vorhin bis zum Haus einer Freundin verfolgt, ich wollte ihnstellen, aber er hat ein Messer. Bitte, bitte helfen Sie mir!“ Der Beamte klang auf einmal um vieles wacher als vorhin „Bist du jetzt im Haus?“ „Ja, allerdings ist nur ihre kleine Schwester, sie ist 12 , außer mir da.“ „Seht ihr jemanden?“ „Weiß es nicht“ Sie versuchte ruhig zu bleiben „Wir haben die Fenster verschlossen und Vorhänge zugemacht“ „Gut, bleibt ganz ruhig und bleib am Telefon, es wird gleich jemand vorbeikommen“ „Danke, Herr Polizist.“ „Nenn mich einfach Tom. Die Kollegen sind alamiert und werden in den nächsten Minuten eintreffen. Könnt ihr etwas von draußen hören?“ Christa hatte ihr Handy auf Lautsprecher gestellt, sodass Anna mithören konnte, die Stimme des Polizisten zu hören war beruhigend und gab ein Gefühl von Sicherheit. Beide lauschten angestrengt, konnten aber nichts vernehmen. „Nein, gar nichts.“ „Das ist ein gutes Zeichen. Vielleicht hat er aufgegeben.“ Christa hoffte es ebenso wie Anna, aber sie trauten sich nicht einmal, die Vorhänge zurückzuschieben. Christa schaute sich die Vorhänge an und überlegte sich, ob es schon sicher genug wäre, sie wieder zu öffnen, aber beließ es, als sie einen Schatten am unteren Rand der Terassentür sah. Stumm wieß sie Anna darauf hin, die ängstlich Quickte. „Was ist los?“, fragte Tom. „Jemand ist da draußen auf der Terasse. Wir sehen einen Schatten, wenn da jemand rumgeht, schaltet sich automatisch ein Licht ein, damit man im Dunkeln besser das Schlüsselloch findet. Und jetzt wirft das Licht einen Schatten von jemandem auf den Boden.“ „Ok, Mädels, bleibt ganz ruhig, lange kann es nicht mehr dauern, bis die Kollegen da… „AHHHHHHH“ Christa und Anna schrieen laut auf, als der Fremde mit einem Stein die Terassentüre eingeschlagen hatte. „Was passiert? Christa? Hallo?“ Zitternd hatte Anna nach einem Messer gegriffen, um sich zu verteidigen. Vor Angst erstarrt, flüsterte Christa in ihr Telefon „Der Typ hat gerade ein Fenster eingeschlagen.“ „Könnt ihr euch noch verstecken? Habt ihr irgendetwas, mit dem ihr euch bewaffnen könnt?“ Der Verfolger war noch nicht durch das Fenster gestiegen, Christa schnappte ihr Telefon und Anna und rannte in den nächsten Raum – die Küche. Die Tür war noch geöffnet, aber der Fremde konnte sie vom Wohnzimmer aus nicht sehen. „Schnell, Anna, rein in den Kasten, du passt da rein.“ Verängstigt drückte sich Anna in ein leeres Regal in einem Kästchen und hielt das Messer in ihren Händen umklammert. Christa schloss die Tür und duckte sich, sodass sie vielleicht die Chance auf einen Überraschungsangriff hatte. Draußen hörte sie die Sirenen aufjaulen. Sie entspannte sich ein bisschen…gleich wird alles gut werden. So leise wie möglich holte jetzt auch sie sich ein Messer aus einer Schublade, aber sie hoffte es nicht benutzen zu müssen. Als sie ihre Augen über die Küchentheke schweifen ließ, auf der Suche nach weiteren Verteidigungsgegegenständnen, blickte sie in eine blankgeputze Metallfläche, in der sich das Grinsen des Fremden spiegelte, der sie durch den Spiegel beobachtete. Christa blieb der Mund offen stehen… [Fortsetzung folgt]

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