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Wie ich in dem vorherigen Beitrag schon geschrieben habe, „leide“ ich unter einer von mir selbst diagnostizierten psychosozialen Störung. Diese nicht vorhandene Fähigkeit, soziale Bindungen einzugehen betrifft auch meine Heimt. Ich habe keinen sicheren Hafen, an den ich zurückgehen kann, wenn mir alles zu viel wird – im Gegenteil: Die Welt ist mein Zuhause, die Erde ist mein Bett. Ich würde reise sehr gerne, wobei ich die nördliche Kühle und Aristokratie der Wärme/Hitze des Südens bevorzuge. Besonders bevorzuge ich das Vereinigte Königreich und Irland, für mich einfach traumhaft.

Wer sich etwas mit Literatur beschäftigt hat, wird wissen, dass dies (Fernweh) ein klassisches Element der Romantik ist. Wer mit der Literaturgeschichte nicht vertraut ist, dem mag gesagt sein, dass Romantik in diesem Zusammenhang nichts mit der klischeebehafteten Vorstellung von Liebe oder Verliebtheit ist, sondern die Gegenbewegung zur Aufklärung. Grundsätzlich wird diese Strömung gekennzeichnet von Sehnsucht, besonders Fernweh, Wanderlust, das Vergnügen an der Natur, besonders an Bergen und Wäldern, Mondschein, Nebel, Gewitter, Weltflucht (in die Fantasie), die Nacht, Unheimliches und ähnliches. Dieses Gefühl, diese Vorstellung wird symbolisiert durch die „Blaue Blume“. Ich denke nicht, dass es allzuviele Menschen gibt, die wie ich, vollkommen der Romantik verfallen sind und dennoch viel auf die Aufklärung geben – in mir wohnt diese Zwiespalt, die doch keine ist, und sich selbst ergänzt und für ein erfüllendes Gleichgewicht in meiner Brust sorgt – denn mein Herz ist hoffnungslos romantisch und mein Verstand ist penibel aufgeklärt. Ich bewundere die vollkommene Schönheit des Vollmondes, und was meine Gefühle verstärkt ist, dass ich nahe einem Wald am Fuße eines Berges wohne. Bin ich die Einzige, die mitten in einer Vollmondnacht aufwacht, sobald der Mondschein mein Gesicht berührt? Bin ich die Einzige, die einen Nachtspaziergang im Wald der Schlaflosigkeit vorzieht? Ich fühle mich so unendlich wohl und inspierert, wenn ich alleine in der Abenddämmerung oder in der Nacht an einem Waldsee oder an einem Platz mit Aussicht auf eine Schweizer-Bergkette sitze. Die Nacht ist mein Reich – meine Welt. Es gibt Leute, die in einer Videospielwelt leben. Ich lebe in meiner Fantasie – nur teilweise natürlich. Wenn Verstand erfordert ist, so denke ich klar und wissenschaftlich, eben aufgeklärt. Wenn aber es mir die Zeit und Situation erlaubt, so flüchte ich gerne in meine Träume, wobei ich gerne auch die Romantik auf meine schulischen Arbeiten einfließen lasse, was durchaus positiv aufgenommen wird. Es ist, als ob ich zwei Gesichert hätte – am Tag die Vernunft und der Verstand, in der Nacht die Fantasie.

Ich glaube, dass das Header-Bild die Motive der Romantik ganz gut abbildet. Oder wer ein wenig googelt, findet auch das sehr bezeichnende Bild des Wanderers über dem Nebelmeer von Caspar David Friedrich.

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