Guten Abend, Darling!

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Darf ich Ihnen mein Rendezvous vorstellen? Ja, darf ich? Nun denn, es ist Glenn. Glenn ist in Eichenholzfässern gut gereift, abgerundet mit einer Honignote, Single-malt. Ich muss gestehen, wir sind nicht alleine. Um die Runde ganz vorzustellen gibt es weder genug Platz, noch genug Zeit – aber seien Sie versichert, es geht nicht halb so impertinent zu, wie Sie vielleicht denken würden. Weiterlesen

Lange ist es her…

Nun endlich, da ich wieder in die Weiten des Netzes zurückgefunden habe, weiß ich nicht mehr weiter. Es gibt so viel zu sagen, doch ist es in der Kontinuität des Ganzen so irrelevant. Was bedeuten meine persönlichen Sorgen im Vergleich zum angehenden Suizid der Menschheit – nur als Beispiel. Und doch, es obliegt dir, lieber Leser, ob du weiterliest oder nicht. Es ist deine freie Entscheidung. Weiterlesen

Jahreszeiten

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Kalt ist mir. Frieren tu ich, und zwar sehr. Weil es dunkel ist, die Musik nicht glücklich klingt und der Eiswind mir allein um die Ohren weht. Weil die Leute, auf die ich mich verlassen möchte, nicht da sind. Oder im Begriff zu gehen sind. Egal, wie fest ich sie halte. So steh ich da, an einer Bushaltestelle, alleine mit meinen 1,56m, es ist dunkel, weder der Mond noch die Straßenlaterne gibt ein Fünkchen Licht oder Wärme ab – und der Eiswind pfeift mir um die Ohren.

Mein Herz aber bleibt warm. Es wird mich jemand abholen kommen. Da sind ja auch Leute die vorbeigehen, mich zitternd sehen und mir zu verstehen gehen, dass sie gleich wieder kommen, nur schnell das Auto holen gehen oder so. Aber niemand kommt zurück. Ich steh immer noch da und es wird nicht wärmer. Ruhige Musik von den Kopfhörern verhindert wenigstens, dass ich morgen mit einer Mittelohrentzündung aufwache. Ich schaue ab und zu auf die Uhr, es vergehen Stunden und ich steh immer noch da. Die Füße tun mir weh und ich setz mich wenigstens hin, obwohl der Boden so kalt ist. Die Menschen sind gut. Ich war immer gut zu ihnen, sie werden doch sicher auch gut zu mir sein. Eine Bekannte fährt vorbei. Sie grüßt und wirft mir einen Schal zu, mitnehmen könne sie mich leider nicht, sie fahre gerade fort. Naja – etwas.

Es ist jetzt schon tief in der Nacht und die ersten Betrunkenen torkeln auf ihrem Weg nach Hause. Ich geb die Hoffnung noch nicht auf – aber meine Augen werden müde und schwer und so schlaf ich ein.

Der nächste Morgen ist eine Qual – und es ändert sich auch die nächsten Tage nicht. Niemand holt mich ab. Ab und zu jemand, der mit mir eine Weile redet. Aber niemand holt mich ab. Nach den langsam erstarrten Gliedern gibt auch mein Herz den Kampf auf. Es erkaltet. Es erstarrt und die Hoffnung verliert sich.

Ich gehe selbst nach Hause. Mit einem Schal gegen Schneestürme. Über Berge. Durch Seen. Kilometerlange Straßen lang. Kaputt und Müde, halbzerfetzt und halbtot erreiche ich mein Zuhause. In den Nachbarshäusern brennt überall Licht, sie werden sich wohl einige gemütliche Tage gemacht haben. Mich bei einem Achtel Rotwein vergessen haben – kommt vor. Ich verkrieche mich ins Bett, nachdem ich mich mit Hustensaft und Tempos eingedeckt habe.

Die nächsten zwei Wochen liege ich im Bett – ich bin krank. Sehr krank. Fieber, Husten, laufende Nase, Stimmverlust, Gliederschmerzen, alles inklusive. Nach der ersten Woche blicke ich einige Male in einem Koma-ähnlichem Zustand des Wach-seins durchs Fenster an meinem Bett und erblicke die ersten Anzeichen von der Schmelze, von Krokussen und Narzissen. Von Menschen, die nach draußen gehen. Der Sonne, wie sie hinunterblinzelt und die Gräser zum Aufstehen bringt. Aber ich kann noch nicht raus – ich bin noch nicht fit. Nicht im Geringsten.

Nachdem ich mich auskuriert habe, wage auch ich mich nach draußen. Es ist angenehm und die Sonne, die sich Eintritt in mein Zimmer verschafft hatte, hatte meine Glieder aufgetaut. Nun bin ich draußen, sehe die Menschen, wie sie mir zulächeln, mich grüßen, mich zum Kaffee einladen. Haben sie denn vergessen, dass ich gar keinen Kaffee mag? Aber so richtig spreche ich noch nicht auf die Außenwelt an. Sie kommen mir nicht vertraut oder vertrauenswürdig vor. Ich denke, wenn ich die Einladung annehme, vergessen sie mich sicher wieder, fahren vielleicht an dem Wochenende weg oder sonst was.

Draußen erstrahlt die Natur und ich habe mich dazu bewegt, wenigstens zwei Mal die Woche vor die Haustüre zu gehen und ein wenig rumzulaufen. Eine Runde zu drehen. Die Menschen aber lassen mich kalt. Die Tulpenblüte geht vorbei und die Sonne wird immer heißer, der Regen angenehmer und die Nächte gemütlicher. Mittlerweile bin ich wieder öfter unter Menschen und finde auch meinen Spaß. Lache. Genieße. Tanze. Gehe aus. Vergnüge mich. Von allen Seiten beschallt mich Musik – glückliche Musik, zu der ich mich am liebsten gleich bewege. Lange Nächte, die mir wahrhaft Freude bereiten, dann werde ich von irgendwem nach Hause gefahren, wenn ich nicht gerade noch auf eine Afterparty eingeladen werde. Tagsüber bin ich im Schwimmbad oder Schreibe oder arbeite an verschiedenen Projekte, schule Kinder in die Welt der Kreativität ein oder mache sonst was, was Spaß macht. Abends gibt es interessante Konzerte oder Literaturveranstaltungen oder Parties oder einen gemütlichen Hock mit ein, zwei Bier. Freundliche Menschen, neue Bekanntschaften, interessante Konversationen, enge Tänze. Mein Herz ist schon lange wieder aufgegangen und schlägt kräftig – besonders für den einen, besten Menschen, der mir je begegnet ist. Der immer bei mir ist. Immer bei mir bleibt. Bleiben wird.

Das Leben macht Spaß und jede einzelne Minute wird genutzt – für Arbeit oder Freizeit, oder Beides gleichzeitig oder einfach Entspannung. Besonders aber für Musik. Jede Minute. Langsam wird es Abends kühler und ich setze mich mit Bekannten, Freunden, Familie lieber rein. Nicht mehr in den Gastgarten oder so. Bei guter Musik kann ja auch getanzt werden, und dann wird mir wieder ganz schnell warm. Die Musik wird langsam aber auch wieder ruhiger – wobei ich doch noch so gern weiter und weiter und weiter und weiterttanzen würde – gibt es keinen Latinorythmus oder Rocksolo mehr? Nun gut, wird auch anders gehen.

Bleibe nun öfter abends zu Hause. Schreibe ein wenig weiter, der Tag selbst wird einfacher, gemütlicher und häuslicher, wobei ich doch lieber ausgehen würde. Ich ziehe Freunde mit, aber so richtig Lust hat langsam niemand mehr. Wer will schon mit dicken Mänteln, die man nun braucht, im Schlepptau tanzen gehen. Ich unterhalte mich also selbst. Ich kann auch so tanzen – habe ja schließlich Musik dabei. Es ist draußen wirklich schon sehr kalt. Ein letztes Mal tanzen gehen – sage ich den Freunden. Sie gehen mit, mehr oder weniger freiwillig, aber gehen auch früh. Ist okey, ich komm gleich nach, hole nur noch meine Sachen. Dann gehe ich raus, warte an der Bushaltestelle, wie die letzen Wochen auch. Gleich kommen sie vorgefahren und ich steig nur noch schnell ein. Heute lassen sie sich aber lange Zeit.

Ich warte fünf Minuten – zehn Minuten – eine halbe Stunde. Der Wind ist echt kalt. Eiskalt.

Mein Hafen, dein Hafen – wo ist das Meer?

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Wenn mich jemand fragt, was für Musik ich höre, gebe ich fast schon eine Standard-Antwort ab: Alles außer Volksmusik und Gangstarap. Mein „Heimathafen“ ist aber irgendwas zwischen Metal, Hardrock und Punk. Wobei ich auch zugebe, dass ich ab und zu mehr Bock auf Poppunk als auf echten Punk habe, solange sie nicht wie Emos rumeiern. Weiterlesen

Kleine Jenny

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Onkel Douglas ist wie alle anderen auch zum 80. Geburtstag der Oma gekommen. Ein Familienfest, man trifft alle Verwandte – die lieben und die weniger lieben. Er gehört zu den Rauchern und muss deshalb mal kurz raus. Er fragt sich, wieso sie nicht eigentlich alle draußen sitzen, das Wetter ist schön und die Kinder sind auch draußen. Er fischt seine Zigarettenschachtel aus der inneren Jacketttasche, wo auch gleich ein Feuerzeug drin ist. Douglas steckt sich eine an und lässt den Blick schweifen. Die Kids im Teenager-Alter sitzen zusammen und machen Blödsinn, die 13jährige Susy, der Tim dürfte Weiterlesen